Woher kommt mein Pferd?

Jetzt habt ihr also ein Pferd mit Brandzeichen, aber woher kommt das Pferd eigentlich?

Zuerst muss geklärt werden um welche Brandzeichen es sich handelt. Die Ungaren haben zwei Arten: zum einen den Halsbrand und zum anderen den Brand in der Sattellage. Anhand der Brandzeichenlage kann man dann schon quasi sagen ob es sich um eine "richtige" Rasse oder ein "einfaches" Halbblut handelt (was nicht heißen soll, dass in einem Ungarischem Halbblut keine "richtigen" Rassen sein können).

Halsbrand

Auf der linken Halsseite kurz hinter dem Genick befindet sich der Komitatsbrand - er besteht meist aus zwei Buchstaben. Auf der gleichen Halsseite, aber weiter unten Richtung Widerrist, steht das Geburtsjahr. Pferde die bis einschließlich 1991 geboren worden sind, haben nur eine Zahl für das Geburtsjahr und wenn sie aus einem Staatsgestüt stammen den Anfangsbuchstabe des Gestüts anstelle des Komitatsbrandes - ab 1992 wurden zwei Zahlen für das Geburtsjahr gebrannt. Auf der rechten Halsseite, wieder kurz hinter dem Genick, steht ebenfalls eine Zahl die in ihrer Länge von einstellig bis dreistellig (vierstellig ist mir noch nicht untergekommen) variiert. Diese Zahl zeigt an, dass wie vielte Fohlen in dem jeweiligen Komitat dein Pferd ist. Daran kann man schon erahnen ob das Pferd früh oder eher spät im Jahr geboren worden ist. Alle Brandzeichen findet man natürlich auch in den Papieren wieder.

Zum Beispiel bei meiner Ékes:

Komitat Hadjú-Bihar, Geb. 1993

442. Fohlen (Geburtsdatum 10.11.1993)

 

Sattelbrand

In der linken Sattellage wird an oberster Stelle der Buchstabe der Rasse gebrannt (umgedrehtes K für Kisber, F für Furioso u.s.w.) und darunter die - ich nenne es mal: "Fohlenzahl". In der rechten Sattellage wird das Geburtsjahr gebrannt.

Zum Beispiel bei Baro von Sabine aus Österreich:

F für Furioso (Furisoso North Star) - 70. Fohlen des Jahrgangs

Geboren 2008

Danke an Sabine und ihren Mann für die Fotos www.scan-pictures.net

 

Die Leutstettener Pferde (Sárvárer) haben ihren eigenen Brand. In der linken Sattellage bekommen die Fohlen ein S für Sárvárer mit einer Kronen darüber, in der rechten Sattellage wird der Anfangsbuchstabe des Vaternamens und auf den linken Hinterschenkel den Nummernbrand des Zuchtverbandes gebrannt. Mehr Infos zu den Leutstettener Pferden findet ihr unter www.leutstettener.de

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Alle die ein Pferd mit Halsbrand haben dürfen nun aber nicht denken das sie "einen Gaul" im Stall stehen haben, weil es kein reinrassiger Kisber oder Furioso ist. Ich versuche es mal anhand unserem deutschen Zuchtprogramm zu erklären:

Wir haben hier unzählige bekannte Rassen (Hannoveraner, Oldenburger, Württemberger, Holsteiner, u.a.), zugleich haben wir aber auch "einfache" Rassen die als Deutsches Pferd oder Deutsches Kleinpferd eingetragen sind. Für alle gibt es einen passenden Zuchtverband, allerdings besteht nicht jeder Hannoveraner die Prüfungen vorm hannoverschen Verband - diese Pferde haben aber die Möglichkeit im ZfdP (Zuchtverband für deutsche Pferde) eingetragen zu werden. Die Nachkommen sind dann zumindest zum Teil zwar ein Hannoveraner, aber sie bekommen keinen hannoverschen Brand. Meine "Mien Deern" ist ein reinrassiger Hannoveraner (Eltern sind dort eignetragen und Genanalyse hat es bewiesen), aber mir selbst ist der hannoversche Verband zu teuer - daher trägt sie keinen Hannoveraner auf dem Schenkel, sondern würde das Zeichen vom ZfdP tragen.

Wo euer Rassepferd also sein Brandzeichen trägt liegt auch am Geldbeutel des jeweiligen Züchters.

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Die Komitate sind in Ungarn wie in Deutschland die Bundesländer. Die gebrannte Buchstabenkombination zeigt den/die Anfangsbuchstabe/n des jeweiligen Komitates.

Komitate von 1867 bis 1918

Aktuelle Komitate

 

(Stand 14.10.2015)

 

 

 

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